Hier und anderswo

Wir haben festgestellt, dass es auch anderswo auf der Welt ähnliche Diskussion über das Geocachen gibt und auch Cacher in anderen Ländern sich mit dem Thema Qualität beim Cachen beschäftigen. Die Herangehensweise ist hierbei wohl etwas verschieden und die Schwerpunkte sind manchmal andere, jedoch durchaus Interessant.

Am 13.Januar 2018 schrieb Philipp Hammes
In seinem Blog "Geocaching Melbourne" einen Blogbeitrag, in dem er sich mit der D/T Wertung und der hierbei entstehenden Verteilung von Favoritenpunkten beschäftigt. Interessant ist in der Tat, dass Caches Prozentual mehr Favos bekommen, je höher die D/T Wertung ist und dies unabhängig vom jeweiligen Land.

 

Es ist zwar, wie im oben genannten Blogbeitrag zu sehen, statistisch eindeutig, jedoch glauben wir an viele weitere Einflüsse, die einem Cache zu den begehrten Favos verhelfen. Die reine Betrachtung der D/T Wertung ist subjektiv gesehen jedenfalls für uns zu kurz gegriffen. 

Zu der rein statistischen Betrachtung der Zahlen und der D/T Wertung kommen wohl auch noch die Erlebnisse und Natureindrücke, die in Australien wohl deutlich im Vordergrund stehen, zumindest aus unserer Betrachtungsweise heraus. Der erfolgreichste Cache in Australien glänzt mit "nur" 276 Favos, also scheint es hier nicht ausschließlich um die Punkte zu gehen. Auch das coole Versteck der Dose oder die Herausvorderung um an die Dose zu gelangen, können die Beliebtheit eines Caches beeinflussen. Anhand der reinen Betrachtung von Favos und der D/T Wertung kann man wohl nicht abschließend von besseren oder schlechteren Dosen sprechen. Schon garnicht, wenn Geocaches in einmaliger Landschaft nur dünn gesäht sind. Dann sind andere Dinge als Geocaches wohl interessanter. Aber davon mal abgesehen, ab wann kann man einen Cache denn überhaupt als beliebt oder gar erfolgreich bezeichnen?

Hierzu sollte man "Erfolg" wohl erst einmal für das Geocachen und seine eigenen Ansprüche definieren. Denn was für den einen erfolgreich ist, muss dem anderen noch längst nicht genügen oder ist für ihn kein Maßstab.

Ist eine Dose erfolgreich, wenn sie sehr häufig gesucht und gefunden wird?
Zählt die Menge der Favoritenpunkte oder doch nur die prozentuale Quote der begehrten Herzen? Ist es doch nur die D/T Kombination, die die Dose interessant und damit erfolgreich macht?
Muss ein Cache erst hunderte von Euros kosten, um Erfolgreich zu sein?
Ist ein Cache erfolgreich, wenn viele Geocacher ihn in den höchsten Tönen loben und ihn weiterempfehlen?
Oder ist gar der gute Standort einer Dose der ausschlaggebende Punkt und damit der Schlüssel zum Erfolg?
Oder muss man einfach nur warten, und den Cache in Ruhe alt werden lassen, wie einen guten Wein bei richtiger Pflege, um ihn erfolgreich zu nennen?

Wir denken, es ist eine Mischung aus all diesen Kriterien und einer Menge von unterschiedlichen Einflüssen dazu. Sicher aber auch von der Art, wie man diesen "Erfolg" messen möchte. Hier gibt es unzählige Maßstäbe die Anwendung finden können. Einige davon sind z. B. bei Project-GC (https://project-gc.com/), dem Statistik Tool schlechthin zu finden. Aber Vorsicht, schon eine etwas veränderte Betrachtungsweise führt zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen und soll deshalb hier keine größere Rolle spielen.

Denn erfolgreiche Dosen, sind zunächst einmal Dosen, die den Findern in etwas größerer Zahl Spaß bereiten, warum auch immer. Nun liegt auch dies im Sinne des Betrachters. Wie also herangehen und auf was achten, um es jedem recht zu machen?
Vorweg genommen sei der Hinweis, dass man es niemals allen recht machen kann, also vergessen wir das und beschränken uns darauf, es möglichst vielen recht machen zu wollen. Wir erdenken uns nun einmal einen, für uns möglichst erfolgreichen Cache und beachten einige Gegebenheiten.

Dazu sollte der Cache zunächst für möglichst viele Cacher gut zu finden sein. Denn dann steigen die Chancen, dass er jemandem gefällt und weniger Menschen haben Frust wenn ihr können zum Lösen eines Rätsels oder zum Bergen der Dose nicht ausreichend sind.

Der Ort dieser Dose sollte gut zugänglich und an möglichst "prominenter" Stelle sein. Je mehr Menschen diesen Ort gerne besuchen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er jemandem gefällt.

Wenn sich nun die Dose noch etwas von der großen Masse, in Form und investierter Kreativität abhebt, ist dieser Cache schon auf dem besten Weg erfolgreich zu werden. Siehe "Lego - einer ist zu viel", der wohl überbewertete Cache auf der ganzen Welt.

Aber warum ist das so?
Viele Menschen kommen dort vorbei, sie Loggen diesen Cache und machen ein Erinnerungsfoto. Sie finden den Cache/das Objekt oder seine Idee einfach pfiffig und deshalb vergeben ~46 % aller Besucher einen Favoritenpunkt. Immerhin schon über 8800 Favos seit dem 26.06.2007, Tendenz steigend. Zudem ist dieser Cache über die Grenzen hinaus bekannt. Es ist also zweifellos ein erfolgreicher Cache. Wie viel Spaß er den meisten Menschen macht, kann nur vermutet werden. Es steht aber auch außer Frage, dass diese Dose nicht teuer wahr und man auch keinen Termin braucht, um ihn besuchen zu können.

Nun ist aber nicht jeder Cache in einer Großstadt und auch nicht jeder Cache wird mehrfach täglich von Dutzenden Menschen besucht. Hier müssen also andere Gründe für den Erfolg sorgen. Qualität ist so ein, zugegebener Maßen sehr allgemein gehaltener Grund.

Eine pfiffige Idee ist immer hilfreich und von der Masse abheben sollte er sich auch. Eine schöne aber nicht zu abgelegene Umgebung ist von Vorteil. Auch können tolle Fotomotive immer Punkten. Außerdem sollte er gepflegt werden. Wichtig ist bei den meisten erfolgreichen Dosen, dass der Besucher kleine Aufgaben zu erledigen hat, die ihm ein Erfolgserlebnis bescheren oder die Idee für den Finder überraschent ist. Das macht nämlich vielen Spaß und bleibt im Gedächtnis. Auch der Weg zum Ziel kann hier Punkten.

Die Präsentation einer Dose im Listing sorgt auch schon für eine gewisse Erwartungshaltung der Besucher. Hierbei zu wenig Aufmerksamkeit zu investieren, kann am Ende Besucher kosten. Also gar nicht so schwer. Wer sich etwas Mühe gibt und einige Punkte beachtet, kann schon mit kleinen Mitteln viel erreichen. Wenn dann noch eine lange Lebenszeit durch gute Absprachen mit den Grundstückseigentümern gegeben ist, steht dem Erfolg der Dose nichts mehr im Weg. Denn je älter eine Dose wird, desto bekannter wird sie und desto mehr Favos erhält sie.

Nicht punkten werden ganz sicher Dosen, bei denen die Besucher wegen ihrer Schwierigkeit frustriert von dannen ziehen oder gar nicht erst antreten können und sie deshalb nicht Massentauglich sind. Auch schwierig sind Dosen, die sich nicht von den Meisten anderen Behältern oder Ideen unterscheiden oder wenn der Ort der Dose für viele einfach unangenehm ist. Schlecht gewartete oder schmuddelige Dosen werden sicher auch weniger Freunde finden. Da helfen auch große Stückzahlen nicht wirklich weiter.

Natürlich wurden die meisten Dosen nicht gelegt um erfolgreich zu werden und deswegen erfüllen sie auch in vielen Fällen, wenige der hier beschriebenen Kriterien. Diese Dosen können aber auch sehr schön sein und bei Cachern zu Begeisterungsschüben führen, warum auch immer. Denn sowohl Qualität wie auch Erfolg liegen auf der ganzen Welt im Sinne des Betrachters.

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Kommentare: 2
  • #1

    ...noch ein Geoblog (Montag, 22 Januar 2018 13:00)

    Ein Cache ist erfolgreich, wenn er in den Köpfen hängenbleibt. Nach dieser Definition sind meine ersten gefundenen Caches sehr erfolgreiche Caches, weil ich mich noch sehr gut an sie erinnere. Die Legogiraffe oder Voss-Margarine sind so erfolgreich, weil sie so außergewöhnlich sind und aus der Masse emporragen. Aber eben auch, weil sie so bekannt sind und als "Must have" gelten. Genausogut kann ein Leitplankenmikro oder eine schnöde Box unterm Stein "hängenbleiben"(weil der betroffene Cacher mit diesem Ort etwas assoziiert). Auf der anderen Seite habe ich Caches an wirklich schönen/interessanten Orten gefunden, an die ich mich kaum erinnern kann. Erfolg liegt also auch immer im Auge des Betrachters und ist beim Cachen nicht messbar, auch wenn einige Owner sehr genau auf die blauen Herzchen (oder deren Quote) schielen, die sind aber nicht alles.

  • #2

    palk (Dienstag, 23 Januar 2018 22:20)

    aloha.

    ja, aus unserer betrachtungsweise sieht australien landschaftlich sehr verlockend aus. und damit haben die caches dort natürlich einen landschaftlichen reiz. für australier ist das "heimat", also immer schon so dagewesen. vielleicht son bissl wie das deutsche nord-süd gefälle, die bayern sehnen sich nach mehr, die nordlichter nach den bergen.
    die betrachtung der höheren d/t wertung zu mehr favos ist doch nur logisch. 1/1 ist (meist) keine bastelei an der dose, an der man fummeln muss und vom terrain her nen stük asphaltstrasse. also (meist) nichts spannendes und deshalb auch weniger favos.

    die lego giraffe ist nicht in aller munde, weil sie der tollste cache ist, sie ist es, weil sie die weltweit meisten favos hat. weil man gemeinhin nicht "realistischer" von der favoquote spricht (bei der sie mit 46% unteres mittelmass wäre), sondern eben nur von der total zahl. und die hohe anzahl an FP´s hat sie aufgrund liegedauer, lage an einem touristischen hotspot und sicherlich auch "spass" der logger beim ausüben des "ach so geheimen hobbys" in der öffentlichkeit.

    ih denke jede dose die "in ihrer region" positiv aus der masse herausragt, wird ordentlich mit FP belegt, sei es der erste und damit "ganz was neues" biltema cache oder das für 5euro fertig im kik gekaufte vogelhäuschen, in einer petling-powertrail gegend. das was irgendwo mit FP überschwemmt wird, wird im heldenwald sang und klanglos abstinken.


    du sprichst es zwar nicht offen und direkt in deinem beitrag aus, aber zwischen den zeilen kann man (bzw ich) immer lesen, dass du in deinem kampf um die cachequalität dich immer wieder an den FP´s orientierst. das halte ich für grundlegend falsch. FP können ein indikator sein, stehen aber keinesfalls für qualität. das habe ich hier aber schonmal versucht näher zu erörtern: http://geocaching-cottbus.de/palk/favquatsch/

    VG,
    palk. :)