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Spenden, Coins oder gar Kommerz?

Was machen Geocacher mit?
Gerade mal wieder wird sich in sozialen Medien über Owner aufgeregt, die für ihre Caches Spenden erbitten, Coins verkaufen oder gar eine Möglichkeit erwägen, mit ihren Caches Geld zu verdienen.

Ein schöner Bericht zu diesem Thema vom lieben Kocherreiter zeigt sehr objektiv worum es geht.

Gleich vorweg, dass Geldverdienen wäre im einen oder anderen Fall sicher möglich, stellt nach unserer Meinung aber keine gute Option für das Hobby Geocaching dar. Ungeachtet unserer Meinung, geschieht dies übrigens heute schon auf ganz unterschiedliche Weisen. Offen oder sogar heimlich und indirekt, ohne es als Cacher zu wissen und auch ohne großen Aufschrei.
Aber seht selbst...

Wenn ein Owner für seinen Cache oder für sein Event, seine Auslagen oder für seine Bemühungen allgemein z. B. auch beim podcasten um Spenden bittet, hält sich in der breiten Öffentlichkeit die Abneigung und der Aufschrei normalerweise in Grenzen. Im Gegenteil da gibt man doch gerne etwas. Jeder Besucher, Cacher, Nutzer oder Hörer hat ja völlig frei die Wahl, ob er etwas geben möchte oder nicht.
Trotzdem kann er oft unabhängig davon den Cache oder das Angebot nutzen. In der Regel wird sich der "Owner" über die Spenden freuen und für sich selbst feststellen, ob sich seine Auslagen amortisieren oder eben nicht. Dementsprechend reagiert er in Zukunft.

Um die Motivation der Besucher/Spender in Bezug auf die Spendenfreudigkeit zu erhöhen und gegebenenfalls zu steigern, überlegen sich einige Owner eine Gegenleistung zusätzlich anzubieten. Ob nun Coins oder T-Shirts oder Tassen... was auch immer. Das ist dann nicht nur ein Andenken, es bringt eben auch manche Menschen eher dazu etwas zu geben, gerade wenn es auch noch gefällt. Das ist z. B. bei größeren Events schon Jahre lang völlig legitim um auf die Kosten für die Orga zu kommen und alle Ausgaben möglichst zu decken.

Aber nicht immer funktioniert das. Übrigens aus ganz unterschiedlichen Gründen. Gerade z. B. bei Events. So mancher Owner greift hier sogar ganz offiziell und nach Jahre langem kostenlosen ausrichten zu Eintrittsgeldern. Wir haben dieses Thema schon mal aufgegriffen und nachgefragt, warum das so ist.
Wir erhielten damals die Antwort, dass Shirts und Coins alleine eben nicht mehr ausreichen würden und jetzt eben Eintrittsgelder nötig wären um ein Event weiter ausrichten zu können. (Siehe hier)

Damals wurden keine Witze über den Veranstalter gemacht! Und auch die belustigte Frage nach einem EC-Kartengerät an der Lokation wurde nicht gestellt. Ganz im Gegenteil, man hatte überwiegend Verständnis für die Vorgehensweise. Die Bemühungen und das Ausrichten kostet ja schließlich Geld.

Wenn Unternehmer oder Reiseveranstalter sich bezahlen lassen und Cacher mit Bussen an die nicht kommerziellen Dosen bringen und hier die geistigen Leistungen der Owner und ihre Caches ganz unverhohlen aber eben indirekt zum Geldverdienen nutzen, sagt übrigens auch kaum einer etwas.
Auch hält sich der Aufschrei in Grenzen, wenn die Geocacher selbst oft auch unwissend als potenzielle Kunden gehandelt werden. Das finde ich übrigens noch schlimmer.

Zitat:

Kundenschatz (Daniel Pflieger)
Quelle: https://kundenschatz.de/

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Zitat Ende

Ja, es kommen Menschen! Geocacher! Jeder einzelne wird hier benutzt, um als messbare Größe für ein Unternehmen Geld zu generieren.
Das ist in den Augen vieler Geocacher völlig legitim, schließlich werden hierfür ja tolle Caches geboten. Oder man merkt als Geocacher eben gar nicht, dass man gerade zum Geldverdienen benutzt wird.

Wir lehnen diese Art Geocaching ab und werden keinen solchen Cache loggen aber eben, weil ich zwar gerne etwas für eine tolle Sache spende, ich aber nicht indirekt und ohne es beeinflussen zu können zum Geldverdienen benutzt werden möchte. Das ist auch der Grund, warum ich keine Punktesammelkarten habe.

Wenn aber Owner mit guten Caches versuchen diese zu erhalten und sich Einnahmequellen suchen ist der Aufschrei groß.


Bitte nicht falsch verstehen, man muss das alles, so wie wir auch, nicht gut finden und man kann auch über die Art und Weise kritisch reden aber man hat in solch einem Fall als Cacher glücklicherweise auch die Wahl, ob man eine solche "kostenpflichtige" Dose besucht oder eben nicht. Es muss nur ganz klar erkennbar sein! Auch finden wir dann das veröffentlichen bei Geocaching.com nicht gut.

Wie auch immer, Ihr entscheidet mit Eurem Cacheverhalten ob Ihr so etwas möchtet oder eben nicht.

Wie Groundspeak damit in Zukunft umgeht wird sich zeigen. Ich hoffe es wird nicht noch mehr Kommerz in unser Hobby einziehen. Es wäre schade, wenn tolle Erlebnisse nicht mehr kostenlos erlebbar wären. Außerdem wäre das eine schallende Ohrfeige für viele wirklich tolle Owner, die das Hobby mit Spaß betreiben und auch alle ihre Caches völlig kostenlos anbieten. Aber eben, weil sie Spaß daran haben und sie der Community wirklich etwas zurückgeben möchten. Man sollte aber nur soviel zurückgeben, wie man sich selbst auch leisten kann. Wenn das Cache bauen von Ownern einem anderen Ziel dient als diesem, sollte man vielleicht sein eigenes Verhalten mal kritisch hinterfragen. Auch ist der Verkauf und das kommerzielle Nutzen eines "Hobby-" Caches sicher auch steuerrechtlich nicht immer ganz einfach 🤔😉 

 

Wie auch immer, es spricht ja auch nichts gegen den Betrieb eines gewerblich betriebenen Escape Room oder ähnlichen Konzepten, das kann jeder machen wie er möchte, aber eben getrennt vom Hobby und ohne die "gewerbliche Nutzung" der Geocacher und auch nicht von hinten durch die Beine ins Auge. Dann lieber ins Archiv und ohne Groundspek oder geocaching.com neu anfangen. Das ist dann eben ein eigenes Projekt!


In diesem Sinne Happy Caching

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Kommentare: 6
  • #1

    palk (Freitag, 20 Dezember 2019 19:19)

    hallo sascha.

    ich finde es falsch, event und dosen zu vergleichen. sicher gehen events kostenlos, irgendwo aufm feldweg. ob das aber einen "gemütlichen austausch unter geocachern" dienlich ist wage ich zu bezweifeln. und wenn man wo hin geht mit einem dach, strom, essen und vielleicht sogar toiletten, dann kostet das eben unterhaltung und die sollte gemeinsam durch die cacher gewuppt werden. wenn das allerdings so "eskaliert", wie bei manchen mega-maze events, wo soviel geld erwirtschaftet wurde, um als orga noch in den urlaub zu fliegen und sonst was zu machen, dann läuft da in meinen augen was grundsätzlich falsch.
    anders sehe ich das bei dosen. auch die kosten geld, aber da kommt für mich genau das ins spiel, was du auch schon geschrieben hast. jeder soll das legen, was er sich auch leisten kann. wenn das nicht geht, dann geht das eben nicht. bei geocaches von einer amortisierung zu sprechen oder einen finanzierungsplan aufzustellen, das geht mir zu weit. dann lieber keine dose.

    im übrigen halte ich deine aussage "wenn geocacher als potentielle kunden gehandelt werden sorgt das kaum für unmut" für grundlegend falsch. der besagte anbieter steht, gerade was die öffentlichkeit angeht, unter dauerbeschuss, diese geschäftspraktik betreffend. und ob diese praktik in zukunft so weitergehen kann steht ja auch gerade zur diskussion, was seinen neusten geschäftsplan mit den kaffeecaches angeht. das wurde von groundspeak angekreidet und ich glaube sie sind da noch im gespräch ob das so geht.

    den aktuellen fall SF betreffend, das hat glaube ich auch viel mit dem aktuellen öffentlichen auftreten zu tun. stichwort freeda podcast "alle kritiker sind scheisse weil die eh keinen plan haben und er hat sich das alles gut durchdacht und schuld sind eh immer die anderen". Wenn es SF wirklich um die geocacher gehen würde und nicht um sein ego, dann könnte er "normale", finanziell überschaubare dosen legen, diese mit einem guten listing versehen und anständig warten. davon hätten viele cacher etwas, grundsolide dosen in entsprechender anzahl.


    geocaching sollte kein spekulationsobjekt sein, weder mit preisen/wertsteigerungen für coins noch für die selbstfinanzierung von dosen. jeder soll das ausgeben, was er kann und möchte.

  • #2

    ein Cacher (Freitag, 20 Dezember 2019 20:29)

    zu den Caches des umstrittenen Hannoveraners fällt mir eigentlich nur eines ein: niemand wird gezwungen, diese Caches zu machen. Es gibt über 3 Millionen andere Caches, die man gern suchen darf. Und soweit ich gehört habe, geben die dortigen "Locals" seinen Caches schon aus Protest/Prinzip keine Favis.

    Das gilt auch für Megas/Gigas: niemand wird gezwungen, da einen Eintrittskarte zu kaufen, man kann auch "draußen" loggen. Aber mich würde auch schon mal interessieren, wie es die Tschechen schaffen, dass deren Megas meistens kostenlos sind.

  • #3

    Kocherreiter (Freitag, 20 Dezember 2019 22:03)

    Ich bin in „fast allem“ der selben Meinung wie Die Blümchen; nur wie Palk schon sagte

    „im übrigen halte ich deine aussage "wenn geocacher als potentielle kunden gehandelt werden sorgt das kaum für unmut" für grundlegend falsch.“

    Der Aufschrei war und ist noch immer groß wenn zB ein Kaffee bestellt werden muss um einen Geocache loggen zu können und es gibt viele weitere Beispiele.

    Grüssle

  • #4

    Sascha / Die Blümchen (Samstag, 21 Dezember 2019 06:53)

    @Palk + Koxherreiter

    Meine Aussage lautete:
    "Auch hält sich der Aufschrei in Grenzen, wenn die Geocacher selbst oft auch unwissend als potenzielle Kunden gehandelt werden."

    Ich sage nicht, dass es diesen Aufschrei nicht gibt!

    Der Aufschrei zum heute schon vorhandenen Kommerz hält sich in diesem Fall meiner Meinung nach deshalb in Grenzen, weil die allermeisten Geocacher gar nicht mitbekommen, dass sie gerade zum Geldverdienen an einer Dose benutzt werden. Sie gehen einfach Cachen, schauen zunächst auf die Favos und suchen so die Dose aus ohne im Listing erkennen zu können, dass mit ihnen Geld verdient wird und wie das genau funktioniert. Sie bewegen sich nicht unentwegt in einer vermeintlich gut informierten Filterblase. Wenn sie das alles durchschaut haben, dann erst kommt in manchen Fällen der Aufschrei.

  • #5

    Bilderschatzsucher (Freitag, 17 Januar 2020)

    Ich bin der Meinung, das jeder so spielen soll wie er möchte. Jeder hat die Ignore Taste.
    Außerdem finde ich kommerzielle Ideen nicht grundlegend falsch. Was ist zum Beispiel mit den großen Bootsrunden, die vom Bootsverleih ausgelegt werden? Jeder kann sein eigenes Boot mitbringen, aber es ist so viel einfacher.
    Wenn sich jemand seine Dose nicht mehr leisten kann, finde ich es OK um eine Spende zu bitten. In vielen Dosen findet man auch eine Spendenmöglichkeit und wenn die Dose toll war, gebe ich gerne etwas.
    Alternativ wandern die Dosen ins Archiv und diejenigen die gern auch was gegeben hätten haben keine Chance mehr.

    Ich glaube mich auch daran erinnern zu können, das SF die Dose auf Grund von Kosten ins Archiv schicken wollte und die Warteliste Geld gegeben hat um die Dose weiter zu betreiben.

    Wie gesagt, jeder so wie er will :)

  • #6

    Sascha / Die Blümchen (Freitag, 17 Januar 2020 17:58)

    @Bilderschatzsucher

    Ich glaube, beim Thema freiwillige Spende für einen Cache, hat wohl kaum ein Geocacher Probleme. Er hat ja die Wahl, ob er etwas geben möchte oder nicht.

    Kritisch ist für viele das Bewerben einer kostenpflichtigen Dose, über Geocaching.com als Plattform welche sich durch den Premiumbeitrag finanziert und sonst kostenlosen Spaß suggeriert.

    Oder noch "schlimmer", dass für Geocacher nicht sichtbare und unbewusste gewerbliche Nutzen von Menschen/Geocachern als Werbemittel oder zählbare Größe für ein Unternehmen. Wenn Cacher zum Geldverdienen missbraucht werden, indem sie schlicht dazu animiert werden eine "tolle" "favolastige" Dose zu loggen und selbst gar nicht bestimmen oder ohne weiteres erkennen können, ob man mit ihnen nun Geld verdient oder nicht.
    Die Fa. Geheimpunkt verdient z. B. an jedem einzelnen Online log mit, ohne das der Geocacher das vorher am Cache erkennt. Der einzige Weg dies zu verhindern ist solche Caches vom Owner "Geoheimnisträger" bei Geocaching.com nicht zu loggen, wenn man dies nicht unterstützen möchte.

    Wir finden auch, das solche Caches bei denen es sich um kommerziell genutzte Dosen handelt, diese als solches zu mindestens sichtbar sein müssten, um selbst entscheiden zu können, ob man das unterstützen möchte oder nicht.

    Hier ist Groundspeak gefragt dies auf ihrer Plattform umzusetzen.

    Dein Beispiel mit den Kanutouren beschreibt ein zusätzliches Angebot, welches ich nutzen kann oder eben nicht. Ich als Geocacher habe aber immer noch die Wahl und kann völlig frei entscheiden. Die Dosen sind kommerzlos Log- und erreichbar.

    Ich zumindest lasse mich auch von Groundspeak nicht gerne entmündigen und möchte selbst entscheiden können, wen ich unterstützen möchte oder wen nicht.