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Geocaching auf Opencaching.de ist bunt, vielfältig und fair!

Gerade erst habe ich gehört, es wäre ein Vergleich wie Microsoft mit Linux, wenn man geocaching.com und Opencaching.de gegenüberstellt und wenn ich ehrlich bin, stimmt das auch ein Stück weit. Zumindest bietet OC eine gute Möglichkeit, Geocaching wie es viele betreiben zu ergänzen. Aber was steckt denn nun hinter Opencaching.de, was bietet die Plattform, wo liegen vielleicht die Vorzüge oder auch die Schwächen, warum sind weniger User auf dieser Plattform und was zieht diese "wenigen" Leute dennoch zu Opencaching.de? Diese und weitere Fragen habe ich an die Betreiber von Opencaching gestellt und ich habe Antworten erhalten.

Diese versuche ich in diesem Artikel etwas zu ergründen und für euch zusammenzufassen. Ich hoffe sehr, es gelingt mir.


Geschichte:

Opencaching.de wurde 2005 von Oliver Dietz ins Leben gerufen, 2006 übernahm die Deutsche Wanderjugend die Verantwortung für Opencaching und 2012 wurde der Verein Opencaching Deutschland e.V.     gegründet. In den nachfolgenden Jahren bis heute wurde diese stetig weiterentwickelt. Der Hauptsitz des Vereins Opencaching Deutschland e.V. ist noch aus dieser Zeit und befindet sich in Bad Homburg v. d. H. Allerdings ist dieser Standort nicht von Bedeutung, denn der Verein und der Vorstand sowie alle Helfer und Entwickler organisieren sich schon lange vor Corona hauptsächlich online z. B. über Videokonferenzen oder Chats. So ist es nicht verwunderlich, dass sie deutschlandweit von der Mitarbeit verschiedenster Fachkräfte und deren Wissen profitieren können.
Mehr zur Geschichte des Vereins findet ihr z. B. hier (Opencaching-Wiki)

Kostenlos:

Ist bei Opencaching nicht nur gewünscht, sondern auch der riesige Unterschied zu Groundspeak, denn während der große Betreiber aus den USA immer und wirklich immer darauf bedacht ist, mit allen nur möglichen Maßnahmen seine Umsatzzahlen zu steigern, ist man bei Opencaching bemüht, mit den knappen Ressourcen aus Spenden und Zuwendungen sowie freiwilligen Beiträgen aus Mitgliedschaften die bestehenden Kosten zu decken. Das hat jedenfalls bis heute gut funktioniert, wobei man meiner Meinung nach auch sieht, dass es in einer Firma mit hohem Budget und "Chef im Nacken" eben doch deutlich schneller zu Weiterentwicklungen kommt als bei einem Verein, welcher kann, aber eben nicht unbedingt muß. Hier dauern Entwicklungen einfach länger, weil Menschen in ihrer Freizeit und mit geringen Mitteln für die Community arbeiten.

Die Zahlen:
Es sind deutlich mehr Geocacher auf der Plattform von Groundspeak unterwegs, auch gibt es hier deutlich mehr Geocaches zu finden als bei Opencaching. Schon alleine deshalb weil Geocaches von Groundspeak weltweit gepublisht werden. Opencaching wird überwiegend in Deutschland genutzt, wobei auch ein weltweites Veröffentlichen von Caches möglich ist. Es ist jedoch sehr offensichtlich, dass Opencaching hier deutlich im Hintertreffen ist. Hier liegen jedoch auch Vorteile, denn wer als Owner weniger Materialschwund und Wartungsaufwand genießen möchte, findet dies bei Opencaching. Einen sehr aufschlussreichen Artikel über die letzten 10 Jahre und die Zahlen bis 2020 gibt es hier: (Quo vadis – Rückblick auf 10 Jahre Opencaching)

Beide Plattformen nutzen:

Das tun sogar die Opencaching-Betreiber und ist bestimmt eine gute Idee um die Flexibilität bei Opencaching zu nutzen und die fehlende Cachedichte auszugleichen. Einige Geocaches sind schließlich auch auf beiden Plattformen gelistet. Nun werden einige zurecht sagen, ich logge doch nicht auf zwei verschiedenen Plattformen den gleichen Cache. Ich habe das auch gesagt und eigentlich nie auf Opencaching geloggt. Bis ich den "cmanager" (hier zu finden) ausprobiert habe. Es handelt sich hierbei um ein Tool, welches mit der "My Finds" Pocket Query  von Groundspeak, die doppelt gelisteten Caches bei Opencaching identifiziert und gleich auch noch den Log von Geocaching.com auf Opencaching.de überträgt. Eine tolle Anleitung hierzu findet ihr hier: (Das doppelte Logchen – Abgleich von Logs mit cmanager). Das funktioniert super und hat mir direkt 113 Funde bei Opencaching verschafft.

Sehr praktisch.

Bekanntheit und Werbung:

Opencaching.de ist meinem Empfinden nach sehr wenig präsent. Es wird kaum Werbung gemacht und auch die Außenwirkung bei Neucachern ist nicht sehr ausgeprägt. Wohl auch wegen der scheinbar nicht vorhandenen Marketingstrategie und der geringen Dosendichte gerade im ländlichen Bereich.
Man muss schon aktiv nach Opencaching suchen, Accounts bei Facebook, Twitter usw. kann man dann auch finden. Allerdings findet man auf Google.de, bei der Suchanfrage mit dem Suchwort "Geocaching" unter den ersten Treffern keinen Eintrag von Opencaching.de. Erst der 16. Eintrag führt zur Seite. Dies könnte daran liegen, dass in den Metadaten der Seite von Opencaching.de der Begriff "Geocaching" in den Keywords nicht zu finden ist und das Wort gerade 2 mal in 530 Seiten genannt wird, dies übrigens nicht in Überschriften. Schlecht für die Nutzung der größten Suchmaschine der Welt. Daran könnte man leicht arbeiten um etwas bekannter zu werden. Auch die gefühlte Unübersichtlichkeit der Internetseite erscheint mir etwas abschreckend. Man findet sehr viele Informationen und hat keinen direkten Eyecatcher. Jedenfalls empfinde ich das so.

Der Umgang mit Dosen:

Es gibt bei Opencaching keine Abstandsregel und auch keine Reviewer, die auf die Einhaltung von Regeln achten. Hier ist die Community deutlich freier und eigenverantwortlicher unterwegs. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Regeln gibt. Jeder Nutzer der Plattform muss den Nutzungsbestimmungen von Opencaching zustimmen und dort sind auch einige Regeln formuliert. Ihr findet sie hier: (Nutzungsbedingungen von Opencaching.de) nur setzt man größten Teils auf die User, diese zu achten. So ist es z. B. durchaus möglich Probleme zu melden, wodurch der Support dann Caches auch deaktiviert, archiviert oder auch sperren kann.

 

Es gibt bei Opencaching gegenüber Groundspeak deutlich mehr Freiheiten und Flexibilität beim Umgang mit den Dosen und auch bei der Auswahl der Cacheart. So sind z. B. Virtualcaches, Movingcaches oder auch Webcamcaches nach wie vor erlaubt. Dank der Safaricaches ist zudem auch das Cachen in Bereichen mit geringer Dosendichte möglich. Zudem können bei Opencaching auch virtuelle Events besucht werden. Hierfür gibt es dann auch einen Punkt


Fazit:

Alles in allem empfinde ich Opencaching noch als ausbaufähig, aber durchaus sympathisch und mit etwas mehr Aktivität durch die User könnte diese Plattform eine wirkliche Alternative zum Marktführer sein. Mega finde ich das ehrenamtliche Engagement als eingetragener Verein. Der offene und communityorientierte Umgang mit dem Hobby bietet meiner Meinung nach viele Vorteile. Ein deutlicher Nachteil sind die wenigen Dosen, dies könnte mit etwas mehr Werbung und einer besseren Übersichtlichkeit auf der Seite in Zukunft verbessert werden.

Jedenfalls wird auf Opencaching nicht mit der ehrenamtlichen Arbeit der Community Geld verdient, was ich mittlerweile in einem Hobby, welches von dem Eigenrisiko der Owner beim Dosenlegen lebt, deutlich fairer finde. 

Happy Caching Die Blümchen

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Kommentare: 4
  • #1

    beliebiger Cacher (Sonntag, 26 September 2021 19:18)

    "mit allen nur möglichen Maßnahmen seine Umsatzzahlen zu steigern"
    Also die PM kostet schon einige Jahre sehr konstant 30 €...

    Ich halte übrigens sehr wenig von OC. Ich wollte es da mal mit einem kleinen Virtual versuchen, aber der landete sehr schnell im Archiv wegen angeblichem AGB-Verstoß.

  • #2

    mic@ (Montag, 27 September 2021 18:10)

    Bei Virtuals muss man aufpassen, daß sich dieser nicht von der Couch aus lösen lässt. Denn couch-potatoe-caches sind tatsächlich gegen die AGBs und werden nur in Ausnahmefällen (z.B. im Rahmen des OCHQ-Events) kurzzeitig vom OC Team erlaubt.
    Happy caching, Mic@

  • #3

    beliebiger Cacher (Dienstag, 28 September 2021 07:11)

    Es war kein Couch-Virtual, man musste schon vor Ort ein Foto machen.

  • #4

    Schatzforscher (Dienstag, 28 September 2021 17:26)

    Erstmal herzlichen Dank für die tollen Worte zu Opencaching! Ich denke, dass Opencaching auch ein freundliches Feedback verdient hat. Wie Du richtig berichtet hast, arbeiten auf allen Ebene des Vereins nur Ehrenamtliche mit und es wird an keiner Stelle mit dem Betrieb und der Entwicklung der Plattform Geld verdient. Trotz aller Kritik ist die Kernmannschaft erfreulicherweiser sehr stabil und auch gut ansprechbar.

    Ich darf zu Deinem Beitrag noch einige Dinge ergänzen. Seit Beginn der Pandemie bietet die Opencaching-Plattform auch die Möglichkeit virtuelle Events zu listen. Das passierte ohne Wenn und Aber und so konnnte einige sehr dunkle pandemische Wintertage im letzten Jahr deutlich aufgehellt werden.

    Desweiteren wurde von Seiten der Community ein ganz ausgesprochenen herausragendes HQ-Event im Herbst 2021, also vor ein paar Tagen, als Ersatz für das physische Event veranstaltet. Um ehrlich zu sein, wurde das technische Setup zum Event im Grunde nur von zwei Personen vorbereitet. Es wurde hier von privater Seite sehr viel Geld und ganz viel Zeit investiert, um eine reibungsloses Gelingen sicher zu stellen. Die Community durfte hier noch weitere sehr schöne Cache-Ideen und Programmpunkte in der virtuellen Welt umsetzen. Wir hatten da auch in eigenen Räumen Vorträge von verschiedenen Cachern. Also alles was zu einem guten Event dazu gehört.

    Desweiteren sei noch anzumerken, dass die einmal eingeführten virtuellen Caches und Webcam-Caches bei Opencaching noch nie verboten wurden und somit auch nicht wieder erlaubt werden mussten.

    Ich persönlich vermisse gerade noch mehr kreative Cacheideen und damit auch eine größere Cachedichte von sehr guten Caches bei Opencaching (ähnlich wie die Caches in der Inspirata in Leipzig). Bei den Cacheideen würde ich mir physikalische, biologische oder chemische Caches wünschen. Auch wären mehr eigene "Earthcaches" bei Opencaching möglich, denn ein aufwendiger Reviewer-Prozess fehlt hier. Das fände ich auch supi.

    Wer Lust hat, Opencacher oder Kombi-Cacher kennen zu lernen, die wirklich alle sehr nett sind, sollte auch bei Opencaching auf die Event-Seite schauen. Nur Mut! Wir beißen nicht bzw. nur ganz selten ;-)!

    Es grüßt herzlichst der
    Schatzforscher