Interview mit Staubfinger0702 und ein Blick auf den neuen Cache “The Witch“.

Wer ist dieser über die Grenzen bekannte und hoch dekorierte Owner, der die Cacher aus dem ganzen Land an die Bergstraße lockt. Wie sieht er unser Hobby, wie tickt er und was hält er für uns an Überraschungen bereit? Diese und weitere Fragen und nicht zuletzt die Mitarbeit am neuen Cache, haben uns dazu bewogen, Alex um ein Interview zu bitten und er hat sofort zugestimmt.

 

Also haben wir einige Fragen gestellt und zu allen ausnahmslos eine prompte Antwort erhalten.

Die Blümchen: Dein Nickname Staubfinger0702, wie bist du auf den gekommen?

Staubfinger: Zu der Zeit als ich mich bei geocaching.com angemeldet hatte, habe ich gerade die Tintenherz Bücher gehört. Dort kommt der Staubfinger vor. 0702 ist mein Geburtstag.

 

Die Blümchen: Seit wann bist du Geocacher?

Staubfinger: Seit 2009

 

Die Blümchen: Nach fast 15000 gefundenen Dosen, wie oft gehst du noch Cachen?

Staubfinger: Es kommt darauf an. Manchmal 2x die Woche. Manchmal nur 1x am Wochenende. Da ich immer weiter fahren muss um interessante Caches oder Wanderrunden zu machen, wird es weniger. Das sieht man auch an meiner Fundstatistik.

 

Die Blümchen: Du besitzt ja eine Menge eigene Caches, darunter auch etliche hoch gehandelte “Dosen“.

Wie kommst du auf die coolen Cacheideen?

Staubfinger: Die Ideen fallen mir alle sehr spontan ein. Ich setze mich nie hin und sage: Jetzt MUSS eine Cacheidee her"...Ich hatte schon bei vielen Sachen gesagt, dort muss mal ein Cache rein 😉

 

Die Blümchen: Was kostet dich im Durchschnitt ein eigener Geocache.

Staubfinger: Es kommt darauf an. Dracula ist ein sehr aufwendiger Cache gewesen, weil er viele Stationen hat. Er hat aber wenig bis kaum Geld gekostet. Vielleicht 200 EUR. DEXTER³ hat fast 3000 EUR gekostet...

 

Die Blümchen: Du engagierst dich in deiner Freizeit stark für soziale Projekte und auch für die Geocaching Community, ob als TJ bei deinen Caches oder durch Sachspenden für Veranstaltungen. Das ist ja nicht unbedingt selbstverständlich für die Meisten. Was sind deine Motive für deinen Einsatz und wie könnte man Andere dazu bringen auch mehr über den Tellerrand zu schauen und sich mehr für die Community einzusetzen?

Staubfinger: Letztlich muss das jeder selbst wissen. Diese Frage muss man ja fast schon gesamtgesellschaftlich betrachten. In der heutigen Zeit leben viele nur noch als "Konsument". Es wird gerne mit dem Finger auf andere gezeigt, ohne selbst etwas zu verändern. Geocaching ist sicher auch eine Art von sozialem Engagement. Man tut als Owner etwas für die Allgemeinheit. Wobei meine Intentionen beim Cachen keinen "gemeinnützigen" Aspekt haben. Wenn ich mich für Flüchtlinge in Bensheim oder die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland einsetze ist das etwas anderes. Man kann wie gesagt niemanden zwingen, für andere etwas zu tun. Solange die meisten es zu schätzen wissen, wenn sie kostenlos einen schönen Cache machen dürfen, ist alles gut. Und das ist ja auch der Fall 🙂 Ich freue mich über viele tolle Logs und Begegnungen mit anderen Cachern, denen meine Caches gefallen haben.

 

Die Blümchen: Was hast du sonst noch an Hobbys?

Staubfinger: Ich bin politisch sehr interessiert. Lese eigentlich jeden Artikel in der Tageszeitung und schaue gerne politische Sendungen. HRINFO gehört zu meinen Lieblingsradiosendern. Sport ist meine zweite große Leidenschaft. Ich versuche jeden Tag Sport zu machen. Schwimmen, MTB fahren und Zirkeltraining. 1x die Woche spiele ich Basketball mit einer Gruppe aus Syrien und Deutschland. Meine zwei Hunde und NATÜRLICH die Familie nehmen auch Zeit in Anspruch 😉

 

Die Blümchen: Wie wichtig ist dir Qualität beim Cachen? 

Staubfinger: Qualitätscaches mache ich sehr gerne. Die Qualität kann sich aber auch durch die Umgebung auszeichnen. Ein schöner Ort in der Natur oder eine kleine Stadtrallye mit PETling am Schluss macht auch großen Spaß. Da ich zwei Hunde habe, mache ich auch gerne Wandercaches mit dem Rad oder auch sog. Powertrails. Ich fahre aber nicht mehr zu jedem Tradi in der Homezone. Die absoluten Highlight Caches in Sachen Owneraufwand liegen auch meist recht weit weg. Ohne sich zwei bis drei Stunden ins Auto zu setzen, geht da gar nichts. Aber manchmal klappt es mit freier Zeit und wir fahren los. Mir macht aber das Geocachen Spaß, weil ich gerne unterwegs bin und weil mir die Orientierung Spaß macht. Ich habe mit dem Cachen nicht angefangen, weil ich Qualitätscaches machen wollte. 2009 gab es davon kaum welche. Man lernt durch die Dosensuche wunderbar seine Heimat oder andere Gegenden kennen. Das macht den Reiz aus.

 

Die Blümchen: Du bekommst ja einige Logeinträge bei deinen Caches, achtest du als Owner auf die einzelnen Logeinträge und wenn ja, was fällt dir immer wieder mal auf?

Staubfinger: Ich schaue mir eigentlich jeden Logeintrag an. Wenn jemand im Log einen FP verspricht und diesen vergisst, schreibe ich die Leute höflich an. Leider kommt das recht häufig vor, dass es vergessen wird den Haken zu setzen. Warum auch immer. 90-95 % der Logs sind super und motivieren. Es gibt Leute die sogar bei meinen Caches Einheitslogs schreiben. Das finde ich nicht so gut. Oder wenn mal eine Kleinigkeit nicht funktioniert und es im Log in den Mittelpunkt gestellt wird.

 

Die Blümchen: Wie hoch ist bei deinen Caches der Wartungsaufwand?

Staubfinger: Das hält sich in Grenzen. Ich baue meine Caches so, dass eigentlich nichts kaputt geht. Oder ich passe die Stationen an, wenn ich merke ich muss da immer wieder hin. Bei DEXTER 3 muss ich täglich eine Batterie hinbringen. Aber das verbinde ich mit einem Hundespaziergang.

 

Die Blümchen: Was ist das Erfolgsrezept einer Dose?

Staubfinger: Mittlerweile hat man "großen Erfolg" wenn alles stimmt. Die Cacher sind da sehr anspruchsvoll bzw. verwöhnt, wobei wir Owner da selbst Schuld sind. D.h. es muss ALLES stimmen. Angefangen von einer stimmigen Story bis hin zu Stationen, die man vorher noch nicht gesehen hat. Wichtig ist auch, den Leuten verständlich zu übermitteln, was sie zu tun haben. Sonst wird es verwirrend. Auch die Länge eines Caches ist sehr wichtig. Mehr als 2-3 Stunden kann langweilig werden. Man muss auch offen für Kritik sein und den Cache anpassen. Von Vorteil ist es auch, wenn man eine Notlösung parat hat.

 

Die Blümchen: Es kommen ja immer mal wieder neue Leute zum Cachen, was kannst du Anfängern raten?

Staubfinger: Keine Scheu haben andere Cacher anzuschreiben. Vielleicht einen erfahrenen Cacher fragen, ob er mal mitgeht. Auch Events würde ich besuchen. Auf jeden Fall nicht gleich mit den schwersten Caches beginnen.

 

Die Blümchen: Hat sich das Geocachen / haben sich die Cacher im Vergleich zu früher verändert?

Staubfinger: Es ist alles MEHR geworden. Das ist im Prinzip auch gut so. Es gibt einfach viel mehr Caches und mehr Cacher. Ansonsten hat sich nicht sooo viel verändert. Ich kenne die Kritik mancher Leute, die gerne einen Abgesang auf unser Hobby singen. Das kann ich nicht immer nachzuvollziehen. Es ist doch toll, dass man überall in Deutschland Caches suchen und finden kann. Und die Qualität mancher Dosen ist erheblich gestiegen.

 

Die Blümchen: Wenn du am Geocachen etwas verbessern könntest, was wäre das?

Staubfinger: Es sollten weniger Mysteries raus kommen 😉 Ehrlich jetzt. Wenn man auf die Karte schaut, ist alles voller Fragezeichen. Aber gut, das ist schwer machbar. Als Owner sollte man mehr Rechte an einem Cache haben. Im Prinzip hat man die volle Arbeit aber man gibt nach dem Publish alle rechte an Groundspeak ab. Es sollte zum Beispiel auch möglich sein, als Owner online Logs zu kommentieren. Man muss dafür immer eine Write Note schreiben oder die Leute direkt anschreiben. Auch sollte ich als Owner die Möglichkeit haben, mal einen Log zu löschen. Zum Beispiel wenn einer nicht im Logbuch steht. Dann ist das Thema Favos bzw. Herzen nicht gut. Warum muss man erst Caches finden, um Herzen vergeben zu können? Ist totaler Quatsch. Dann sollte man 1-3 Herzen vergeben können. Das wäre fairer. Dann sollte es eine Automatik geben, dass nach einem Jahr jeder owner eines Caches angeschrieben wird, ob der Cache noch aktiv bleiben soll oder nicht. Es gibt zu viele owner, die sich nicht um ihre Caches kümmern.

 

Die Blümchen: Du planst ja, bzw. bist ja schon tatkräftig am Bau eines neuen Caches, darf man da einige Appetitanreger verraten?

Staubfinger: Also der Cache wird "The Witch" heißen. Das kann ich schon mal verraten. Das Thema ist also Hexen. DEXTER 4 wollte ich nicht machen. Vom Aufwand her würde das aber passen. Dieses Mal haben mir ein paar Cacher mit Ideen geholfen. Das war klasse 😉 Es wird auch wieder eine tolle Coin geben, die zum einen ein Andenken, aber auch eine finanzielle Unterstützung für mich sein sollen.

 

Danke an Alex Gebhardt / Staubfinger0702 für das geduldige Interview.

An dieser Stelle wollten wir auch noch eine Kleinigkeit anmerken.

 

Wir haben die tollen Staubfingercaches ja quasi direkt vor der Haustüre und Alex hat mit seinen Caches und der investierten Arbeit die ganze Region in Sachen Geocachen aufgewertet.

 

Ohne uns damit zu weit aus dem Fenster zu hängen, können wir behaupten, dass auch der neue Cache, bei dem wir einige Einblicke erhalten konnten, mit Sicherheit ein Favoräuber wird. Das wird wieder einmal mehr ein richtiger Knaller für Cacher aus dem ganzen Land und speziell für den Landkreis Darmstadt Land. Wir freuen uns jetzt schon darauf.