Wenn Dosen zum Quickie werden.

Wie schon vorbei? Diese Frage stellen sich nicht nur enttäuschte Leute, wenn mal wieder etwas schneller vorübergegangen ist als man es gerne genossen hätte, sondern auch so mancher Geocacher beim Blick auf die Karte. Immer dann, wenn sie feststellen, dass ein Owner nicht nur wie am Fließband Dosen in die Landschaft wirft, sondern diese auch nach sehr kurzer Zeit und wenigen Logeinträgen wieder ins Archiv verbannt.

Es handelt sich in dem von uns recherchierten Fall zumeist um einfachste PETlinge die fast schon wöchentlich in die Landschaft gepflanzt und oft genauso schnell wieder verschwunden sind, wie sie gepublisht wurden.

Es lebe die Statistik!

Die Guidelines von Groundspeak sprechen doch eigentlich eine ganz deutliche Sprache. (Langfristigkeit: Verstecke Deinen Cache so, dass er dort lange bleiben kann. Vorübergehende Caches, die weniger als drei Monate aktiv sein sollen, werden nicht veröffentlicht.) Die Betonung liegt hier wohl auf sollen. Wer kündigt so etwas schon an?

Jedoch wird vermutlich auch wegen des akuten Dosenrückganges jeder Mist veröffentlicht ohne sich auch die Owner und deren regelmäßige Dosenwerferei einmal näher zu betrachten. Warum auch, eine Genehmigung für die Dosen wird meist vorab nicht eingefordert und wenn grobe Regelverstöße nicht von vornherein ersichtlich sind, kann man dem Reviewer noch nicht einmal etwas vorwerfen. 90 % aller Dosen gäbe es sowieso nicht, wenn eine Genehmigung vor dem publish vorliegen müsste. Solange sich keiner beschwert und nichts passiert wird das in den meisten Fällen auch gut gehen. Außerdem würde so mancher Ort dann garnicht mehr bedost werden können. Also ist die Qualität des Owners und dessen Verantwortungsbewusstsein noch wichtiger.

Was, aber wenn ein bestimmter Owner hunderte von Dosen in die Welt wirft und diese nicht nur schlecht gelegt sind sondern oft nach wenigen Logs aus den unterschiedlichsten Gründen wieder ins Archiv wandern? Ist das sinnvoll? Schadet das unserem Hobby? Könnte dies ein Anzeichen dafür sein, dass dieser Owner die Standorte seiner Dosen sehr schluderhaft aussucht und nicht den geringsten Gedanken daran verschwendet, ob dieser Ort geeignet für eine Dose ist? Haben Reviewer nicht doch auch ein ganz kleines bisschen Verantwortung für solche Owner und ihre Dosen? Wenn häufig der Gleiche Owner Dosen legt, die offensichtlich nicht immer problemlos sind, ist dies doch ein klares Zeichen für mangelndes Verantwortungsbewusstsein des Owners. Oder nicht? Müsste man da als Reviewer bzw. Groundspeak nicht doch ein Auge drauf haben? Rechtlich sicher nicht, Groundspeak stellt schließlich nur die Plattform. Aber sollten sie nicht ein Interesse daran haben, dass Geocaching nicht in Verruf gerät? Alleine schon deshalb, weil genau dieses Ownerverhalten unserem Hobby langfristig schadet. Warum? Ganz einfach, hunderte von nicht genehmigten und unsorgfältig gelegte Dosen haben große Chancen negativ aufzufallen. Wenn diese Dosen auch noch ein einziger Owner legt, der eben zumeist nicht darüber nachdenkt, ob ein Platz geeignet ist oder nicht, fallen diese Dosen erst recht auf. Mal ganz davon abgesehen, dass kein Cacher z.B. gerne durch Fäkalien läuft um eine Dose zu finden. Auch wenn eine Dose immer wieder entfernt wird, kann dies ein Zeichen für eine ungewollte Dose sein.

Auf alle Fälle ist es toll für die Statistik des Owners, der auch noch in jeden seiner Foundlogs schreibt, wie viele hundert Caches er ausgelegt hat, wie viele Events er veranstaltet hat, wie viele Logs er auf eigene Caches erhalten hat und wie viele Geocacher seine Dosen gefunden haben.

Das ist auf den ersten Blick ein richtig toller Hecht, oder? Nun ja man könnte glauben, dass dieser Cacher es zumindest von sich selbst glaubt. Es sei ihm gegönnt. Wir glauben allerdings das solche Cacher massiv unserem Hobby und dem Ansehen von Geocachern in der Öffentlichkeit schaden.

Wenn man sich nämlich die Mühe macht und sich die archivierten Dosen und deren Logs etwas genauer ansieht, stellt man erstens fest das viele dieser Dosen nicht sehr viele Logs erhalten haben, zweitens häufig nach wenigen Wochen wieder ins Archiv wandern oder drittens wegen Beschwerden der Anwohner / Grundstücksbesitzer, Dosen-klauender Muggel oder der suchenden Geocacher archiviert werden müssen bzw. die Koordinaten nachträglich geändert werden, um den Cache zu verlegen und weiterem Ärger aus dem Weg zu gehen.
Aber eben immer erst wenn es Ärger gibt!

Sicherlich gibt es bei solch einer Masse an kleinen Dosen auch einige, bei denen es länger keine Probleme gibt. Jedoch ist die Quote von Dosen bei denen Probleme auftreten doch sehr hoch. Hierfür ist in erster Linie der Owner verantwortlich. Ich bezweifle sehr stark, dass Owner mit 200 und mehr zu betreuenden Dosen sich besonders viel Mühe bei der Auswahl ihrer Versteckörtlichkeiten geben (zumindest in unserem Fall) und diese auch nur wenigstens mündlich mit den Grundstückseigentümern absprechen. Geschweige denn, sich irgendwelche Gedanken darüber machen, warum ein Ort eventuell nicht geeignet sein könnte. Das ist bei dieser Legefrequenz auch nicht wirklich möglich.

Es ist unserer Meinung nach nicht Zielführend für unser Hobby und für das Ansehen von Geocachern allgemein in der Muggelwelt, wenn Dosen offensichtlich in großer Zahl ohne Hirn und Verstand auf gut Glück in die Landschaft geworfen werden nur, um Statistiken zu erfüllen oder sein Ownerego aufzuwerten. In Anbetracht der sowieso schon teilweise schlechten Presse und diversen Unfallberichte, ausgelöst durch Dosen, die nicht besonders schlau platziert wurden und Geocachern die sehr viel Risiko eingehen, um solche Dosen nur wegen einem weiteren Punkt bereit sind zu suchen, sehen wir hier deutlichen Bedarf an Fürsorge durch uns alle! Die allermeisten Geocacher schalten sehr wohl ihren Grips ein wenn sie Dosen suchen. Einzig der Mut den Mund aufzumachen, wenn etwas nicht stimmt, fällt oft etwas geringer aus bzw. wird wenn dies der Fall ist, gleich von allen möglichen Richtungen als Geopolizei, Blockwart uä. verurteilt. 

Wir können uns natürlich immer auf den Standpunkt zurückziehen, dass der Owner alleine die Verantwortung für die Dose trägt und der Geocacher schon wissen wird was er tut. Doch die Praxis zeigt immer wieder dass dieses System der "Augen zu Politik" und dem hoffen auf gut Glück langfristig nicht gut ausgeht. Dies allerdings gefühlt immer häufiger. Eine überreglementierung des Dosenlegens würde jedoch den Spaß an so mancher Dose verhindern. Also schaut euch doch die Owner genauer an, die Dosen in die Landschaft werfen!

Wenn solche Dosen von diesen bekannten und auffälligen Ownern nur der Punkte wegen immer wieder besucht und geloggt werden und man dann hinterher auf Stammtischen und Treffen darüber lästert wie schlecht sie gelegt sind, wird sich auch an dem Verhalten dieser Leute nichts ändern. Einzig der Verzicht auf diese Dosen wird bewirken, dass hier etwas passiert. Auf Hilfe von Groundspeak oder deren Reviewer wage ich hier nicht zu hoffen. Warum auch? Sie lehnen jede Verantwortung ab und reichen sie an die Owner weiter. Bis letzten Endes so viele Dosen und Owner in Verruf geraten sind, das Dosenlegen in verschiedenen Bereichen schlicht verboten wird. Auch das hat wiedermal etwas mit Qualität zu tun und ich meine sicher nicht die Qualität der Dose. Wie die ganze Sache für den Owner juristisch aussieht, wenn dann etwas schief gelaufen ist, daran arbeiten wir gerade für einen weiteren Artikel. 


Happy Caching

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Kommentare: 4
  • #1

    Blogleser (Sonntag, 17 Juni 2018 21:42)

    Mal etwas offtopic: irgendwas stimmt mit eurem Blog nicht. Beim Aufruf eurer Seite erhalte ich sehr oft die Fehlermeldung, dass die Seite nicht gefunden werden konnte.

  • #2

    Die Blümchen (Sonntag, 17 Juni 2018 22:12)

    Oh das hören wir zum ersten Mal. Wir können nur bei unserem Hostinganbieter nachfragen, woran das liegen könnte.

  • #3

    baer (Montag, 18 Juni 2018 05:09)

    Kurzlebige Dosen finde ich auch nicht gut.

    In unserer Gegend habe ich es schon öfter erlebt, dass ganze Cache-Serien rauskamen und von vorn herein klar war, dass die nur ein Vierteljahr "leben" sollen (was dann ja sogar Guideline-konform ist).

    Dann merkt man mal wieder, wie kurz ein Vierteljahr ist: Mal fühlt man sich aus irgendeinem Grund nicht fit genug für die Runde, mal spielt einem das Wetter einen bösen Streich, mal hat man einfach was anderes vor usw.

    Am Ende macht man dann die Runde entweder auf den letzten Drücker, was dann alle machen und was dann Schlange stehen an den Caches nach sich zieht oder eben gar nicht, was besonders dann ärgerlich ist, wenn vorab eine nicht unerhebliche Fleißarbeit z.B. zur Lösung von Mysteries geleistet wurde.

    Naja, das Cachen ist halt so (geworden), wie es ist und man muss halt vieles wohl einfach hinnehmen...

  • #4

    Kochloeffel (Mittwoch, 11 Juli 2018 21:10)


    Nach meinen Erfahrungen werden inzwischen
    anspruchsvolle Bastelarbeiten über kurz oder lang
    allesamt zerstört oder geklaut.

    T-lastige Caches wie T5-Brücken, LP-Cache, alles mit Höhlen,
    alles mit Kanalisation, Unterführungen, Nachtcaches inzwischen
    selten, T5-Bäume je nach Region, sind von Groundspeak
    nicht mehr erwünscht und werden erst gar nicht mehr gepublished.

    Was bleibt dann noch außer Leitplankencaches und
    wahrlos in den Wald geworfene PETlinge?
    Ist doch von Groundspek ausdrücklich so gewünscht.

    Über eins sind wir uns doch im klaren -
    der Zenit von Geocaching ist doch längst überschritten,
    das Thema läuft sich einfach tot....