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Hoppla wie ist das denn passiert? Eine Lösungsdatenbank?

Eine Datenbank und was viele Cacher unwissend seit Jahren dazu beitragen.

Datenbanken mit Lösungen zu Geocaches oder auch einzelne Lösungen werden ja auf vielerlei Weise verbreitet, oft heiß diskutiert und voller Empörung angeprangert. In sozialen Netzwerken und Gruppen ganz offen, als dubiose Datenbanken im Netz offen zugänglich für jeden Cacher und alle, die sich ganz bewusst dazu entscheiden an solch einer Sammelaktion teilzunehmen um davon zu profitieren oder eben wie in diesem Fall, versteckt beim Loggen eines anspruchsvollen Challenge Cache zum "Nutzen" eines einzigen Owners, bei dem man jedoch nicht weiß, was er wiederum mit diesen Informationen anfängt. Dies alles, um als Geocacher einen weiteren Punkt zu erhalten und diese Challenge für sich zu verbuchen.

Auszug aus dem Listing der Challenge
Auszug aus dem Listing der Challenge

Wie jetzt beim Loggen einer Challenge bediene ich unwissend eine Datenbank zum Lösungen sammeln?

Nun ganz so simpel ist es zunächst nicht und auch ob der Owner der "Datenbank" verantwortungsvoll und dem Cacherethos entsprechend mit diesem Wissen umgeht, kann ich hier nicht abschließend beantworten. Fakt ist jedoch, dass es leicht möglich ist sich diese Lösungen nutzbar zu machen. Ob nun gewollt oder nicht.

Wie geht das?

Man erstelle als Owner eine Challenge, in der zur Aufgabe gestellt wird, dass man Mysterys in allen 81 möglichen Terrain und Schwierigkeitsgraden erfüllt haben muss um diese Challenge loggen zu dürfen.

Als Logbedingung fordere ich nun alle potenziellen Finder dazu auf, diese Funde zu belegen und biete der Einfachheit halber an, eine My Finds Pocket Querie auf der Seite von Geocaching.com als ZIP Datei ihrer gesamten Funde zu erstellen und diese Datei dann zum Prüfen auf meinen Server hochzuladen. Ist ja wirklich sehr einfach...

Das Erstellen der Pocket Querie auf Geocaching.com
Das Erstellen der Pocket Querie auf Geocaching.com
Anleitung zum upload der Querie
Anleitung zum upload der Querie

 

Nachdem also diese Pocket Querie generiert und anschließend auf der Seite des Owners hochgeladen wurde, läuft ein Script über diese Datei und informiert den Cacher in der Folge darüber, ob er loggen darf oder nicht.

Diese Vorgehensweise allerdings ohne vorherigen Upload meiner Funde, kennt man z. B. auch von Project-GC, nur das hier kein Geocacher einen Nutzen aus den Checkerlösungen zieht.

Hier ein Beispiel eines Caches, bei dem eine lösungssichere Möglichkeit gewählt wurde und die dem hier beschriebenen Type Challenge entspricht. Nur eben ohne eine Lösungsweitergabe.

In unserem Fall prüft der Challenge Owner selbst mit seiner eigenen Webseite. Was er mit den Daten noch macht, ist nicht bekannt.

Angenehmer Nebeneffekt dabei sind jedoch die geänderten Koordinaten der entsprechenden Caches in dieser Pocket Querie. Jeder Cacher teilt mit dieser nämlich automatisch auch diese Daten und zwar von all seinen Funden und natürlich auch aller Mysterys. So erhalte ich als Challenge Owner nicht nur die 81 geforderten Caches, sondern immer schön aktuell und ohne teuren API Zugang, frische Lösungen von allen Caches in diesen Pocket Queries.

Hall of Fame der Challenge
Hall of Fame der Challenge

Zur "Belohnung" werden auch noch alle beteiligten Cacher / Informationsgeber in einer Hall of Fame namentlich genannt. Das ist doch hübsch, da weiß dann auch jeder, wie ich als Owner an all die schönen Lösungen gekommen bin 😇

Einige Zahlen zu dieser Challenge und der Hall of Fame:
Bisher wurden 530 Logfreigaben mit Aufführung und Verlinkung der entsprechenden Cachern genannt.
Genutzt haben diese Prüfung mit dem Hochladen der eigenen Funde als Pocket Querie bereits über 1300 Geocacher.
Also über 1300 Namentlich genannte Informationsgeber.
Dies übrigens ganz offiziell und als völlig guidelinekonforme Challenge seit 2013!

 

Wir erfüllen diese Challenge mit Sicherheit nicht und mit unseren paar gelösten Rätseln können wir hier persönlich auch keinen Blumentopf gewinnen, das weiß ich auch ohne diese "Abfragemöglichkeit" aber da soll es ja auch andere geben. 😉

Bild der 81er Matrix des Challenge Owners
Bild der 81er Matrix des Challenge Owners

 

 

 

Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Wenn ich als Owner dann mit solch einer durch externen Input gestärkten Statistik glänze, rückt mich dies dann nicht in ein völlig anderes Licht?

Ich kann euch allen nur raten und euch warnen! Wenn ihr nicht wollt, dass eure erarbeiteten Rätsellösungen anderen bekannt werden, achtet sehr darauf, wem ihr eure Pocket Queries zur Verfügung stellt. Darin sind unter anderem auch eure geänderten Koordinaten enthalten. Ihr gebt diese somit weiter.


Eigentlich erscheint mir jede Aufregung über solche Datenbanken völlig lächerlich, wenn ich sehe, wie einfach hier ohne zu murren Lösungen im großen Umfang herausgegeben werden. Die "Helfer/Geocacher" werden auch noch Namentlich genannt, es sind weit über tausend bekannte Geocacher und Groundspeak sucht in Sozialen Netzwerken und droht mit Sperren?

Ich würde erst mal auf meiner eigenen Plattform suchen!

In diesem Sinne Happy Caching.

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Kommentare: 8
  • #1

    ein Cacher (Samstag, 04 Januar 2020 22:17)

    Was sagen denn Reviewer oder das HQ dazu?

  • #2

    Sascha / Die Blümchen (Samstag, 04 Januar 2020 22:48)

    @Ein Cacher
    Ich habe nicht gefragt, schließlich existiert diese Challenge seit 2013 mit deren Segen und über 1000 Cacher hat es seit dem auch nicht interessiert.

  • #3

    Herr Scharfzahn (Sonntag, 05 Januar 2020 13:57)

    Guter Artikel. Ob hier (oder von Privaten mit API-Zugriff) eine Lösungsdatenbank aufgebaut wird oder nicht, ist eigentlich gar nicht so wichtig. Ich kann mir z.B. gut vorstellen, dass der betreffende Owner schlichtweg Spaß am Programmieren und verständlicherweise keine Lust auf API-Kosten hat. Wichtig ist, dass viele von denen, die das erlauben, überhaupt nicht bedenken, was sie da weitergeben.

    Da bräuchte es neben einer informatischen Allgemeinbildung, die in Deutschland seit Jahrzehnten überfällig ist, auch Richtlinien und Vorschriften (Zertifizierungen, etc. pp.), die Datenschutz sicherstellen. Erst dann müssen wir nicht mehr zwischen Bequemlichkeit und Autonomie wählen. In einer Demokratie kann man Letzteres beispielsweise durch Wahlen erreichen.

    Ich bin aktuell wirklich entsetzt, was diese Echokammern und Filterblasen mit uns machen. Neben Brexit und Trump wäre da der Genozid in Myanmar. Wenn das dem Trend der Vergangenheit folgt, haben wir das in ein paar Jahren auch hier in Deutschland. Neulich habe ich das schon bei einer Autofahrt erlebt, wo ich mir Gewaltphantasien gegenüber Greta Thunberg anhören durfte.

    Thilo Weichert hat kürzlich erst dazu geraten, aus Twitter auszusteigen. Wer wird das machen? Oder aus Facebook? Oder WhatsApp?

  • #4

    Jan Ole von BetterCacher (Montag, 06 Januar 2020 01:11)

    Ein sehr interessanter Beitrag. Danke.

    Was am Ende wirklich mit den Daten passiert weiß natürlich nur der Owner. Allerdings ist auch nicht so einfach einen API Zugang zu bekommen. Da gibt es strenge Richtlinien und aktuell auch nur eine Warteliste für neue Anwendungen. Aber das nur am Rande.

  • #5

    Saarfuchs (Dienstag, 07 Januar 2020 14:01)

    Wenn es Dir in deinem Artikel darum ging deine Leserschaft für das Problem der PocketQuerys (MyFinds) oder GPX-Dateien, die die eigenen Mysterylösungen enthalten, zu sensibilisieren, dann finde ich das gut!

    Dabei aber einen anderen Geocacher (Owner) hinzuhängen, ohne dass Beweise vorliegen, dass er diese Mysterydaten in irgend einer Weise missbraucht hat, finde ich jedoch eines Bloggers unwürdig! Ja, Du hast keinen Ownernamen genannt - aber mit den Screenshots ist es ein Kinderspiel den entsprechenden Cache und damit auch den Owner herauszufinden.

    Und warum stellst Du die folgende Frage: "Wenn ich als Owner dann mit solch einer durch externen Input gestärkten Statistik glänze, rückt mich dies dann nicht in ein völlig anderes Licht?". Meines Erachtens schwingt da eine Unterstellung mit, auch wenn sie als Frage formuliert ist. War das wirklich nötig?

    Zumal wir uns - so ist mittlerweile meine feste Überzeugung - davon verabschieden müssen, dass die einzelnen Statistiken der Geocacher vergleichbar sind und irgendetwas sinnvolles aussagen. Es gibt keine gemeinsamen Regeln, an die sich alle halten und damit auch keine Vergleichbarkeit. Deshalb sollte es einem Owner auch egal sein, wie seine Mysterys gefunden werden. Hauptsache ist doch, dass er der Community einwenig Freude bereitet. Und wenn es Freude bereitet, sich die Lösungen "kreativ" zu besorgen - wenn kümmerts?

    Und wenn es keine Rolle spielt wer welche Funde in welcher Größenordnung auf welche Weise ergattert hat, warum soll man sich aufregen?

    In diesem Sinne - geht raus und habt Spaß!

    Von einem, der gerade seinen 10.000-sten Geocache geloggt und und das nur für sich gemacht hat
    Jörg

  • #6

    Inkognito (Mittwoch, 08 Januar 2020 10:32)

    Es ist immer interessant, wenn Personen öffentlich angeprangert werden und der Blogger es nicht einmal für nötig hält, vor der Veröffentlichung vom Angeprangerten eine Stellungnahme zu erbitten oder sich wenigstens zu den Hintergründen zu informieren. Bei Journalisten ist dies glücklicherweise Bestandteil einer guten Recherche. Ich habe leider erst über eine Info eines netten Cachers davon erfahren und kann daher wenigstens darauf reagieren.

    Ich empfinde es als eine Unverschämtheit in der direkten Unterstellung, dass die Daten aufgehoben werden und eine Lösungsdatenbank aufgebaut wurde. Wo ist der Beweis für diese heftige Unterstellung? Hier werden Tatsachen suggeriert.

    Mir drängt sich der übliche Vergleich mit dem Besitz eines Messers und dessen Verwendung zum Mord oder Brotschneiden direkt auf: Wenn etwas möglich ist, muss man es noch lange nicht tun!

    Ich finde es extrem schade, dass eine gut gemeinte Dienstleistung für Cacher, die mit viel Aufwand erstellt wurde, nun in dieses Licht gerückt wird.

    Die Challenge war damals die erste seiner Art, zumindest kannte ich keine Weitere. Es gab auch keine automatisierte Kontrollmöglichkeit. Eine manuelle Prüfung ohne Daten vom Cacher ist ein nicht vertretbarer Aufwand. Daher benötigt man logischerweise auch persönliche Funddaten dazu. Ein API-Zugriff war keine Alternative, da man dann vollen Zugriff auf alle Daten des Cachers - wie die Notizen - hat. Völlig unnötig und auch bedenklich. Daher wurde das natürlich nicht gewählt.

    Damals war die einzige Lösung über die persönliche Query. Da ich einfach Lust auf Webtechnologien (HTML, Javascript, PHP, mySQL) hatte, erstellte ich den Checker damit. Die persönliche Query wird zum Server geladen, ausgewertet und wieder gelöscht. Kann man glauben, muss man aber nicht.

    Von Anfang an gab es den Hinweis, dass man den Checker zur Erfüllung der Challenge nicht benutzen muss. Wenigstens das kann man in einem Bild des 'Artikels' nachlesen. Daran könnte man erkennen, dass es hier nicht um das Sammeln von Daten geht - auch wenn dies im Artikel unterstellt wird.

    Ganz sicher würde ich heute kein solches Projekt mehr realisieren. Viel zu großer Aufwand bei geringem Nutzen und überschauberer Dankbarkeit. Viel gelernt und eine Menge Spaß dabei gehabt. Inzwischen gibt es mit Project-GC auf jeden Fall eine bessere Lösung. Da Project-GC inzw. offizieller Partner von Groundspeak ist, wird jede Prüfung über einen Checker für eine Logfreigabe selbstverständlich akzeptiert.

    Nachdem sich seit der Veröffentlichung vor knapp sechs Jahren doch einiges geändert hat, werde ich einen Hinweis auf den Project-GC-Checker aufnehmen.

    Da ich keinen Twitter-Account habe, werde ich meinen Kommentar dort - und wo immer das Geblubbere noch steht - nicht verewigen.

    In diesem Sinne: Happy caching.
    Früher war es ein Spiel.

  • #7

    Sascha / Die Blümchen (Mittwoch, 08 Januar 2020 11:24)

    Ich bin gerne bereit auch Kommentare der Betroffenen Cacher zuzulassen, sofern diese eindeutig Identifizierbar sind. Ich möchte hier niemanden Namentlich nennen der nicht genannt werden möchte. Da beim letzten Kommentar scheinbar der Owner der betroffenen Challenge sein Recht auf Stellungnahme nutzen möchte, bitte ich diesen, mich über seinen GC-Account anzuschreiben und diesen Kommentar zu bestätigen.
    Anschließend schalte ich diesen gerne frei.

  • #8

    Sascha / Die Blümchen (Mittwoch, 08 Januar 2020 16:46)

    Um nun auch einmal auf die letzten Kommentare zu antworten, möchte ich ergänzen, dass ich hier lediglich öffentlich zugängliche Fakten zusammengetragen habe und das es mit den Pocket Queries durchaus möglich ist, Lösungen abzugreifen. Vielen Cachern war dies jedoch nicht bewusst, als sie die Koordinaten ihrer gelösten Caches an den Owner gesendet haben. Ob der Owner wirklich eine Datenbank für sich alleine oder andere erstellt hat oder nicht, kann man glauben oder nicht, wie er ja selbst im Kommentar sagt. Ich habe dies zwar vermutet jedoch auch im Artikel nicht behauptet oder gar beweisen können, dies habe ich auch so geschrieben. Wer Hufgetrappel hört, könnte natürlich an ein Zebra denken, wahrscheinlich ist das jedoch nicht. Seine eigene Statistik spricht hier auch eine eindeutige Sprache. Zudem kommen noch 16 Goßeventbesuche bei 2505 gelogten Labcaches. Wie geht das denn, wenn man auch so korrekt dieses Hobby betreibt? Das ich sein Listing im Beispiel anonymisiert genannt habe, war zum Beleg, dass es dies wirklich gibt und das es Betroffene Cacher wiedererkennen können unerlässlich. Sonst könnte ein Blogger ja alles behaupten. Man kann ja auch alles glauben oder auch nicht aber nun setzen wir die rosarote Brille mal ab und sehen uns die realen und öffentlichen Zahlen mal an. Ich präsentiere hier auf meinem Blog meine Meinung und diese werde ich auch offen vertreten, ob dies nun angenehm ist oder nicht.
    Was hätte mir denn der Owner dieser Challenge sagen sollen, wenn ich ihn vorher angeschrieben hätte? Alles Quatsch, ich habe mir meine Statistik ehrlich und hart erarbeitet?