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Geocaching Guidelines sind Richtlinien, keine Gesetze.

Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt etwas zum Thema "guter" Cacher/ "böser" Cacher schreiben soll, denn ich bin bekanntlich ein sehr toleranter Typ, wenn es um ein Spiel und das Spoilern von Caches geht siehe: Blogbeitrag, Wenn dein Cache gespoilert wird, na und? Außerdem möchte ich hier in aller Öffentlichkeit mal zugeben, dass auch wir schon Dosen geloggt haben, ohne im Logbuch zu stehen. Z. B. wenn das Logbuch schlicht gammelig war oder so voll, dass nicht ein Wort mehr hineingepasst hätte und die Dose einen Mehraufwand in Form eines erneuten Besuches schlicht nicht wert war. Wenn ich übrigens an meinen letzten Besuch in Berlin denke und an den Fetzen Papier, der in der "Dose" an der Lego Giraffe zu finden war, behaupte ich hier mal ganz dreist, dass sehr viele Cacher darauf verzichtet haben, sich dort noch einzutragen. Die haben ALLE beschissen, wenn man die Guidelines immer streng auslegen würde. Auch ein Foto alleine genügt ja bekanntlich nicht als vorschriftsmäßiger Log. Also sind das alles "böse" Cacher und müssten sofort gesperrt werden? Bryan Roth höchst selbst hat bei einem Besuch in Deutschland mal gesagt: "Guidelines sind Richtlinien und keine Gesetze" (frei übersetzt)

In einer coolen Auflistung von Noch ein Geoblog ist die Rede von einigen "bösen" Cachern und von denen, die nach Abzug aller Untaten noch übrig bleiben. Mit einem Augenzwinkern zwar, aber wenn wir mal ehrlich sind, können die meisten Cacher in ihrer Laufbahn sicherlich den einen oder anderen Regelverstoß feststellen.

Ich verstehe auch die Sorge von Groundspeak, dass man grundsätzlich darauf achten möchte, grobe Regelverstöße zu vermeiden und auf die Einhaltung der Guidelines hinzuweisen. Aber hey, muss Groundsprak ihre Reviewer jetzt dafür einsetzen, um über deren Internetseite in der Community mit den Guidelines zu drohen?

Zitat der deutschen GC-Reviewer Seite: "...verfolgt das Geocaching HQ solche Gruppen aktiv und “belohnt” die Teilnehmer der Gruppen auch regelmäßig mit einer Sperre des entsprechenden Geocaching.com Accounts."

 

Im übrigen steht in den auf der Reviewerseite zitierten Nutzungsbedingungen auch unter Punkt 1, C: Minderjährige
Unsere Dienste zielen nicht auf Nutzer unter 13 Jahren ab, und sie sind dafür auch nicht vorgesehen. Wenn Sie unter 13 Jahre alt sind, dürfen Sie unsere Dienste nicht nutzen.

Sperren wir jetzt auch alle Kinder, die einen Account besitzen? Dann lasst uns aber auch nicht vergessen, gleich alle Sockenpuppenaccounts zu sperren! 

Rechtfertigt die Existenz und Mitgliedschaft in einer Facebookgruppe das Stalken von Groundspeak in sozialen Medien? Müssen hier teils geheime Gruppen, in denen ausschließlich Menschen sind, die um die Informationen in dieser Gruppe wissen und sich Koordinaten austauschen, weil sie einen Joker brauchen, nicht viel Mühe investieren wollen oder schlicht nur den Punkt brauchen, denunziert und verfolgt werden um sie dann auf der Plattform Geocaching.com zu sperren?
Dieser Aufwand wegen der Punkte? Wegen eines Spiels? 

 

Man kann diese Form unser Hobby zu betreiben sicherlich kritisieren und muss das Spoilern von Koordinaten oder Lösungen auch nicht gut finden. Aber wird man gezwungen sich diese Lösungen anzusehen oder in solche Gruppen beizutreten? Für mich hat das alles etwas von Hexenverfolgung, Denunziantentum und Blockwart verhalten.
Habt ihr das nötig? Geocaches sind dazu da, um Spaß zu machen und gefunden zu werden und jeder Spielt das Spiel wie er will. Lösungen werden auch auf Events weiter gereicht und es soll sogar vorkommen, dass man eine Dose rein zufällig findet und diese dann logt. Wo zieht man die Grenze? In einer dieser geheimen Gruppen, in der auch unser Virtual gespoilert wird, sind derzeit 1557 teils auch "prominente" Gruppenmitglieder.
Müssen die jetzt alle Angst haben, gesperrt zu werden?
Ich habe schon Events gesehen, auf denen mehr Personen anwesend waren und auf denen auch Koordinaten weitergereicht wurden. Auch Lösungen von Labcaches werden auf Events ausgetauscht bis hin zur Nutzung von Apps wie Fake GPS um Abstandsprobleme zu lösen. Nicht zuletzt möchte ich hier mal auf das Phänomen des Rudelloggens bei solchen Events eingehen, ist das dann ehrlich erarbeitet und gefunden?

Wer stolz darauf ist, seine Funde ausschließlich ehrlich erarbeitet zu haben und seine < 10k Funde alle höchst selbst mit viel Mühe geloggt hat, dem gönne ich seine Funde und die Freude darüber. Wir wünschen ihm viel Spaß bei den nächsten Dosen. Jedoch frage ich mich letztlich, ob er sich davon etwas kaufen kann? Ist er ein besserer Geocacher als andere? Spielt man das Spiel gegeneinander, um sich einen Vorteil zu verschaffen? Wir denken, dass Geocaching kein Hobby ist, welches gegen den Owner oder einen anderen Cacher gespielt wird. Vielmehr ist es für uns ein Hobby welches wir spielen um uns und unserer Familie eine schöne Zeit draußen an der Luft zu ermöglichen. Jede Dose ist ein weiteres Angebot und ich alleine entscheide wie ich dieses Angebot nutze oder ob ich es ignoriere. Jeder Cacht so wie er es möchte! Streng genommen könnte ich auch Cachen gehen, ohne öffentlich zu loggen, dann bekommt niemand mit, wo ich war und was ich dabei mache oder nicht. Ist es das, was man mit der Androhung von Accountsperren und Sanktionen erreichen möchte? Freut sich ein Blockwartowner mit einem super schweren Rätsel dann darüber, dass sich kein Schwein für seinen Cache interessiert, jedenfalls öffentlich?

Ich würde mir wünschen, dass man die Community ermutigt, schöne und legale Dosen zu legen, die Geocacher gerne besuchen. Lasst uns auf die Qualität der Owner achten und sie zu mehr Umsichtigkeit motivieren, achtet darauf, dass Dosen Umwelt- und Muggelverträglich sind. Lasst uns darauf achten, archivierten Geomüll zu beseitigen. Lasst diejenigen, die auf den Besuch von Dosen pfeifen und beschummeln, doch loggen was sie wollen, wen interessiert denn was die machen? Wir alle können durch ein gutes Vorbild zeigen, dass das Suchen und Finden von Dosen Spaß macht und das tolle Dosen ein Erlebnis sein können.

Reviewer sollten für Geocacher ansprechbar sein und mit Rat und Tat zur Seite stehen, als Vorbild voran gehen und positiv ermutigen statt mit den Zähnen zu knirschen und mit den Guidelines zu drohen. Cacher die schummeln kennt man doch in der Community, nimmt die einer ernst?
Mir als Owner und Cacher haben die noch nicht geschadet. Ich ärgere mich zwar auch mal über einen 08/15 Log und denke mir dann meinen Teil, jedoch versuche ich lieber mit gutem Beispiel zu glänzen statt diese Leute zu beschimpfen oder sie zu verfolgen und ich behaupte immer noch, dass sich Cacher nur selbst bescheißen, wenn sie nicht wissen worum es bei meinem Cache geht. Mir ist das völlig egal. Ich habe nichts davon, das so jemand ein "guter" oder "böser" Cacher ist und er immer "ehrlich" logt oder nicht. Mich interessieren weder seine Statistik noch die geloggten Challenges. Er ist für mich auch nicht der tolle Hecht oder ein besonders toller Geocacher nur, weil er mehr Funde hat als ich. Hört doch damit auf andere zu denunzieren und kümmert euch um euren eigenen Spaß. Jeder sucht sich seine eigenen Herausforderungen, für sich ganz alleine. Jeder hat eben andere Vorlieben. Wenn es euch gefällt, dann stellt euch neben eure Dose, kontrolliert eure Logbücher und achtet darauf, dass jeder so spielt, wie ihr euch das wünscht. Kämpft weiter, für ein scheinheiliges Bild des ach so korrekten Geocachers. Wenn ihr sonst nix besseres zu tun habt, mein Beileid. Wir finden, es gibt wichtigere Themen, um die sich die Community kümmern sollte. Z.B. wie bekommen wir dieses Hobby so gestaltet, dass sich nicht ständig Muggel über deplatzierte Dosen aufregen oder wir ganze Landschaftsabschnitte mit Plastikmüll bestücken und dieser dann nach der Archivierung weiter im Dreck liegt.

Happy Caching Die Blümchen

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Kommentare: 5
  • #1

    hmichel777 (Mittwoch, 03 Juli 2019 22:18)

    Danke - Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich tausche auch Koords und Lösungen und ich bin selbst Owner - sollte mein öffentliches Bekenntnis zu einer Sperre bei GS führen, würde ich den Spieß einfach umdrehen: dann würde GS von mir gesperrt, incl. meiner Caches und vor allem meiner Kreditkarte... dann ginge ich eben nur noch wandern. Würde in Seattle keinen jucken, mich mittlerweile aber wohl auch nicht.

  • #2

    staubfinger0702 (Donnerstag, 04 Juli 2019)

    Also ich finde deinen Beitrag interessant. Ich wusste davon nichts. Ich bin aber nicht deiner Meinung Sascha.
    Zum einen halte ich es für schwierig hier von "Hexenverfolgung, Denunziantentum und Blockwart" zu sprechen. Das geht absolut zu weit, zumal der letzte Begriff aus einer Zeit stammt, die so hoffentlich nie mehr kommen wird. Da muss ich dich echt fragen, ob das für dich noch ein Hobby ist???
    Und hey, ich glaube gerade weil Groundspeak möchte, dass gute Dosen gelegt werden, gehen Sie gegen diese Regelverstösse vor. Denn ein owner sollte selbst entscheiden können, ab es Nothilfen gibt oder nicht. Denn die ganze Arbeit geht Flöten, wenn die Lösungen von Mysterie etc in die Gruppen inflationär verteilt werden. Das ist eben ein Level, das auch ich kritisere. Genau so wie Spoilergruppen mit Fotos und Videos. Da muss immer erst mal der owner gefragt werden....Und ja, Regeln sind dazu da, sie einzuhalten. Dieser Satz "das ist doch nur ein Hobby und ich mache das alles so wie ich möchte" ist doch Unsinn. Wir cachen ja nicht privat, quasi einfach so. Ohne öffentliches loggen etc. Wenn man ohne Groundspek cachen möchte, kann man tatsächlich machen, was man möchte. Aber auf der Plattform, muss man sich an die Regeln halten. Das müssen nämlich vor allem erst mal die owner. Ist wie bei jedem anderen Hobby auch. Ich kann kicken gehen mit Kumpels und Regeln aufstellen wie ich möchte. Mache ich das innerhalb eines Anbieters oder eines Vereins, wie auch immer, muss ich die Regeln einhalten.
    Ich persönlich habe bei meinen Caches entschieden, dass es immer Notlsöungen und Hilfen gibt. Sogar Komplettlösungen vor Ort. Auch ich merke, dass Cacher viel zu schnell durch meine Caches rennen und das sicher mit einer Komplettlösung. Mir persönlich ist das egal. Muss tatsächlch jeder selbst wissen. Aber wenn Groundspeak was dagegen hat, dass es auf diese Weise fast schon profesionell angeboten wird, dann muss man das halt akzeptieren oder wie eben hmichel777 gesagt hat, sich abmelden oder gar nicht mehr loggen. Keiner wird gezwungen bei GS sich anzumelden...

  • #3

    Sascha / Die Blümchen (Donnerstag, 04 Juli 2019 15:27)

    @staubfinger0702

    Hallo Alex, zunächst möchte ich dir für dein Feedback danken und bei dieser Gelegenheit gleich mal etwas darauf eingehen.

    Zunächst kann jeder seine Meinung haben und das ist völlig OK. Dieser Artikel soll sehr wohl provozieren und auf die Scheinheiligkeit von Teilen der Community sowie Groundspeak in Bezug auf die Guidelinetreue hinweisen. Guidelines werden in vielen Punkten sehr wohl geachtet und respektiert. Wir reden im Kern von einem einzigen Aspekt, nämlich den Lösungen von Rätseln und wie man an diese kommt. Häufig ist das gar nicht klar oder aus der Ferne nachvollziehbar.

    Mit dem Begriff "Blockwart" verbinde ich in erster Linie einen über strengen Hausmeister, den die Fliege an der Wand stört und andere schikaniert oder ständig auf Mängel hinweist. Eine Verbindung in die NS-Zeit will ich damit keinesfalls herstellen.

    Auch kann ich einen inflationären Anstieg von Betrug durch Lösungsgruppen nicht nachvollziehen. Wer sich heute aktiv unter die Geocacher mischt und mit offenen Ohren registriert, wie dieses Hobby betrieben wird, wird sehr schnell feststellen, dass die meisten Cacher das Hobby betreiben, um das Angebot von Dosen zu nutzen und Spaß dabei haben möchten, ganz ohne Regelverstoß.

    Diejenigen, die Loggen, ohne je an der Dose gewesen zu sein, sind deutlich in der Unterzahl. Bei Nachweis dieses erschlichenen Logs, kann man diesen durchaus löschen. Aber man sollte bedenken, dass die Dosen an öffentlich zugänglichen Orten versteckt werden und dann erst einmal sich selbst und der Community überlassen sind. Wer dann wie dort hingelangt und auf welche Weise er die Lösung zur Dose bekommen hat, ist völlig unklar. Der Ablauf des Spiels ist nur dem Besucher selbst bekannt. Ein Regelverstoß aus der Ferne am PC, wohl kaum feststellbar.

    Viele haben auf aufwendige Rätsel vielleicht keine Lust oder wollen eben nicht den vorgegebenen Weg des Owners gehen oder eben nur den Punkt. Was weiß ich? Kann ich einen "Betrug" hier überhaupt objektiv nachweisen, bei einem überwiegend anonymisierten Spiel?

    Auch kann ich nicht nachvollziehen, dass Groundspeak andere Plattformen und Gruppen durchsucht, um ein Vergehen auf ihrer Plattform zu bestrafen. Cacher werden immer einen Weg finden, sich Lösungen zugänglich zu machen, wenn sie das wollen und daran kann sie niemand hindern. Aber sind wir doch mal ehrlich, die allermeisten haben doch Spaß am selbst erarbeiten von Lösungen und sind in solchen Gruppen um beim Scheitern vor Ort einen Joker zu haben.

  • #4

    Mark (Donnerstag, 04 Juli 2019 16:09)

    "Wir denken, dass Geocaching kein Hobby ist, welches gegen den Owner oder einen anderen Cacher gespielt wird."

    Bingo! Ist mir doch scheißegal, wieviele Funde ihr habt. Geocaching ist kein Wettbewerb, ich habe keinen Nachteil, wenn ich weniger (oder mehr) Dosen gefunden habe. Wenn das auch mal alle deutschen Cacher raffen würden, wäre einiges entspannter.

  • #5

    Andree (Samstag, 06 Juli 2019 19:59)

    Hach ja... schon vor Jahren fragte ich immer wieder: "Quo vadis, Geocaching?"

    Und seien wir doch mal Ehrlich; noch vor 5, 6 Jahren war der Wettkampf, wer die
    meisten Statistikpunkte vorzuweisen hat ein anderer. Da wurde(n) allenfalls
    irgendwelche "Zöglinge einer militärischen Erziehungsanstalt zur Vorbereitung auf eine mögliche militärische Karriere" oder "Film-Fans" <- ;o) in die Logbücher von
    anderen mit eingetragen und gut ist. Heutzutage muß immer alles immer
    Höher, Weiter, Schneller sein; Banner für das eigene Profil müssen erstellt werden,
    die eigene D/T-Matrix muß am besten mehrfach erfüllt werden, es werden
    Statistiken in Farbe & Bunt erstellt und in das eigene Profil kopiert. Ich würde
    bedingungslos zustimmen, wenn jetzt einer sagen würde, das der größte Anbieter
    einer Geocaching-Plattform sich seine Schummler selber herangezogen hat, indem
    er das Spiel mit Statistiken und anderen Werkzeugen gespickt hat, um sich
    gegenseitig zu messen.

    Aber auf der anderen Seite muß man als Betreiber einer solchen Plattform das
    Spiel für die Spieler interessant halten. Hier stehen immerhin wirtschaftliche
    Interessen und 80+ Arbeitsplätze am Hauptsitz des Betreibers auf dem Plan.

    Also was tun? Einerseits wurde immer irgendwie beschummelt und -da mache ich
    mir keine Illusionen- wird auch immer aus den unterschiedlichsten Motivationen
    heraus beschummelt werden.
    Aber aus Sicht eines Cacheowners, der einen gewissen Anspruch an seine eigenen
    Caches bezüglich einem stimmigen Gesamtbild hat kann ich sagen, das jede
    veröffentliche Finalkoordinate eine schallende Ohrfeige da stellt. Und das eben
    diverse Cacheowner daraufhin die Lust verlieren, ihre Zeit und Kreativität in
    aufwendige Rätsel und oder oder Installationen zu stecken und sich lieber anderen
    Tätigkeiten zuwenden ist aus meiner Sicht auch völlig nachvollziehbar.

    Ich für mich freue mich auf ehrliche Logeinträge, nehme auch gerne Kritik für
    meine Werke auf, logge aber die von mir gefundenen Caches aber nicht mehr
    Online.
    Vor Ort trage ich mich natürlich gerne selber ins Logbuch ein, telefoniere im
    Anschluss auch mal mit den Owner, oder lobe ihn über den grünen Klee beim
    nächsten Zusammentreffen. So ist mein Fundzähler seit Jahren unverändert gleich
    geblieben; ich nutze die so gewonnene Zeit lieber für andere Dinge, wie z.B. mit
    möglichst vielen Worten möglichst wenig zu sagen und Blogartikel zu
    kommentieren anstatt Logeinträge zu verfassen oder Statistiken zu pflegen.